Schweden-Tour
2008
Die Freien50-er sind wieder auf Tour!
Den Süden und den Osten hatten wir
schon bereist. Schweden war diesmal unser Ziel. Der Hauptgrund war die neue Öresundbrücke.
Dieses gigantische Bauwerk wollten wir mit unseren Mopeds packen. Der 2. Grund
war das Huskvarna Museum in Huskvarna.. Am 1.8. ging es morgens um 10 Uhr in
Hamburg los. Mit dabei waren 2 Hercules Ultra80/RX9, 1 ZündappK80 und
2 Kreidler RS.
Das erste Ziel war der Fährhafen in Rostock/Warnemünde.
Die Fahrt ging über Mölln-Ratzeburg-Gadebusch-Wismar-Bad Doberan-Warnemünde.
Den ganzen Tag lang schien die Sonne. Es war so heiß, das man das Gefühl
hatte einen Sonnenbrand vom Fahrtwind zu bekommen. Unterwegs mussten wir Peters
Hercules vom Öl befreien, das aus er Entlüftungsschraube wieder rauskam.
Er hatte zuviel eingefüllt. Auf der letzten Rast bei Bad Doberan sahen
wir auf einmal einige dunkle Wolken aus dem Westen herüberzuziehen. Also
auf nach Warnemünde. Nach einer kleinen Umwegstour ;-)), da wir ja nicht
den kostenpflichtigen Tunnel nehmen wollten, kamen wir um 18 Uhr an dem Terminal
an. Pünktlich um ½ 6 legte die Fähe an. Wir kamen als
erste von Bord. Es ging los hinaus in das wilde Schweden. Wir nahmen die Route über
Ystad-Kristianstad Richtung Växjö. Zwischen Växjö haben
wir auf einer Tankstelle gefrühstückt und bei der Kreidler von Peter
die Zündung nachgestellt. Es war am Regnen. Den Campingplatz in Växjö erreichten
wir im trockenen. Wir wurden von den Campern mit einem lauten Beifall begrüßt.
Die Sonne schien herrlich vom wolkenlosen Himmel. Also Zelt aufbauen und Essen.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, haben wir uns als Einstand in den nordischen
Ländern ein Glas von dem Portwein, der eigentlich ein Schnaps sein sollte
(da hat sich ein Unkundiger auf der Fähre vergriffen), gegönnt. Es
dauerte auch nicht lange und ein junges Paar aus Deutschland gesellte sich
zu uns. Der Abend wurde sehr nett.
Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Jönköping/Huskvarna.
Die Landstraße lief gut. Was ja sehr erstaunlich ist,. Die Schweden haben
ja eine Gelassenheit die ist noch ruhiger als in Dänemark. Wer schon mal
in Dänemark war, weiß das die Dänen eigentlich sehr gesittet
fahren. Dort gibt es auch mal öfters einen Ausrutscher in der Form das
die Fahrer ungeduldig werden und in den unmöglichsten Stellen überholen.
In Schweden hatten wir über 10 km eine Kolonne von Pkw´s und LKW´s
von ca. 500m Länge hinter uns. Kaum einer wagte zu überholen. Nun
muss man auch dazu sagen, das dort die Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h
auf Landstraßen gilt. Und die Blitzen dort angeblich gerne. Also gab
es öfters eine Zigarettenpause.
Bei Lammhult hielten wir an einem Kaffe an, wo wir wieder 2 Deutsche Motorradfahrer
trafen, die eine Rundreise um die Ostsee gemacht hatten. Inklusive Russland
und Finnland. Hochachtung. Das Kaffe war noch in dem alten Stil von ich sage
mal ca. 50er Jahre aufgebaut. Hübsche junge Schwedinnen bedienten uns.
Der Kaffee und Kuchen war lecker.
Nach der Stärkung ging es weiter. Das Wetter war gut die Mopeds waren
am singen. Als
plötzlich die K 80 langsamer wurde; aha Tank war leer. Nach einer
kurzen Durchsicht stellte sich heraus: Tank war nicht leer sondern Zündfunke
tot. Motoplat war platt. Zündkerze sah völlig kaputt aus als ob zu
heiß geworden. Nun stellte sich die Frage war hat was zerschossen. Die
Kerze die Zündung oder die Zündung die Kerze. Sche.......!!!!!! Nun
alles klar, man hatte ja eine Karte die einem helfen sollten. Nach einigen
Gesprächen mit Deutschland stellte sich heraus das solche alten Kisten,
wenn sie ihren Zeitwert überschritten haben nicht mehr nach Hause gebracht
werden. Also selbst ist der Mann. Nach einem Anruf bei dem Probsteierhagener
Zündapp Club (nochmals vielen Dank für die schnelle Hilfe) wurde
mir eine Telefonnummer in Schweden genannt, wo ich eventuell Hilfe erwarten
könnte. Leider klappte es nicht, das keine 6V Motoplat in der Nähe
von unserer Position vorhanden war. Also was nun. Im Verlauf des ganzen Theaters
hatte ich mit einem Freund gesprochen. Nun bot der mir an, uns eine Zündung
vorbeizubringen. Er hätte gerade frei und würde gleich losfahren.
Wir schleppten also die Zündapp zum Camper nach Vrigstad. Dort konnten
wir im Sonnenschein das Zelt aufbauen. Als Abendbrot gab es selbstgemacht Pölser.
War die Dinger kennt, weiß das die Wurst ( aus meiner Sicht) grausam
schmeckt. Aber wir hatten Hunger.
So gegen 22Uhr machten der lange Peter und ich uns auf den Weg zum Ortsausgang
von Vrigstad da ja von dort unsere Rettung nahen sollte. An der Tankstelle
genehmigten wir uns noch ein Eis und 2-3 Kaffee bis unsere Rettung gegen 0Uhr30
eintraf.
Wir brachten den Werkstattwagen umgehend auf den Campingplatz und gönnten
uns den wohlverdienten Schlaf. Am nächsten Morgen regnete es (Grrrrr.)
Also eine Kaffe reingezogen, die Zündapp unter ein Vordach von einer Hütte
gezogen und mit der Operation begonnen. Frank hatte alle Motoplatzündungen
die er hatte, mitgebracht. Gott sei dank; es war eine Zündapp Motoplat
dabei. Also die Eingeweide erneuert. Zündung mit dem Dorn eingestellt.
3 mal treten und !!!!!!!!!!!!!! Hurra sie lief wieder. Ich könnte Frank
heute noch tüschern!!!
Es gab ein Freudenfrühstück. Leider war der Wettergott nicht mit
uns. Es regnete den ganzen Tag. Die Campingplatzmutter war einmalig. Sie machte
extra für uns ihre Küche auf und es gab ...... Hamburger mit Pommes!
Keine Köttboller wie bei Ikea.
Sie schmissen sogar ihren Beamer an und wollten uns unterhalten mit Bambi,
Sissi, Micky Mause ..... Einen Film hielten wir durch aber dann konnten wir
nicht mehr.
Unser Schamane
Peter (lang) stand draußen und flehte den Wettergott
um besseres Wetter an. Aber er meinte die schwedischen Schamanen verstünden
ihn nicht. Aber wie aus heiterem Himmel wurde es gegen 16Uhr sonnig. Also wir
kurz entschlossen Kriegsrat gehalten und sind weiter gen Huskvarna gefahren.
Das Wetter hielt sich. In Huskvarna gab es einen auf die Mütze, es goss
in Strömen. Gegen 18 Uhr kamen wir auf dem großen Campingplatz am
Vätternsee an. Wir fragten nach Hütten, aber, die waren schon belegt.!!!!
Aber sie hätten noch 2 Zimmer die für uns reichen würden. Wir
haben nicht lange gefackelt. Wir wollten mal wieder trocken, warm und weich
schlafen. Der Platz war in Ordnung. Ich muss dazu sagen, es waren viele Holländer
in Schweden unterwegs. Deshalb hatten wir sehr schnell Kontakt mit den Leuten
die auch Bromfietjes hatten. Aber in Huskvarna kamen gleich 2 deutsche Männer
auf uns zu und konnten sich nicht einkriegen weil wir die weite Tour mit den
kleinen Mopeds gemacht hatten. Es wieder mal Öl auf unsere Seelen!!
Nachdem wir uns einquartiert hatten ging es ans Essen. Es schmeckte herrlich.
Wir waren rundum zufrieden.
Am nächsten Morgen wollten wir dann in das legendäre Huskvarna Museum.
Wir fanden es auch auf Anhieb und das trotz strömendem Regen.
Es ist faszinierend was das Werk alles produziert hatten. Nähmaschinen,
Herde, Töpfe, Werkzeuge (für die eigene Produktion), Komplett-Küchen,
Waffen, MOTORRÄDER, einen Pölserautomaten... Es war sehr interessant
und lehrreich
Aber wir hatten auf dem Campingplatz von einem privaten Mopedmuseum gelesen.
Also wir auf die Mopeds, trotz Regen und nichts wie hin. Als wir ankamen überholte
uns ein Fahrradfahrer, der schnell das Museum aufschloss. Es war der Besitzer
der uns hatte kommen sehen. Er sprach auch englisch und ein wenig deutsch.
Als er uns die Türen öffnete und wir eintreten konnten fielen uns
die Kinnladen runter.
Eine Scheune ca. 60m lang 15m breit und voll mit Mopeds!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Zündapp, Hercules, Kreidler man kann gar nicht alle Marken aufzählen.
Es war überwältigend. Das hat der gute Mann innerhalb 7 Jahren zusammengesammelt.
Alles nur in Schweden. Das witzige war, ich habe eine KS50 gefunden. Nur hatte
die einen Mokick Motor drunter. Nach einigen Erkundigungen erfuhr ich, dass
in Schweden die Mopeds nur als Mokick verkauft wurden, 1 PS hatten und 30 km/h
fuhren. Stellt euch mal vor, eine KS50 oder Kreidler RS mit 30 km/h!!!!!! Grausam.
Wir wurden zu Kaffe und Kuchen eingeladen und haben einige Benzingespräche
geführt. Es war einfach toll. Nachdem wir uns verabschiedet hatten gingen
wir raus und Frank sah noch hinter 2 Türen die nur angelehnt waren. Die
Türen führten unter die Scheune. Der Besitzer machte uns dann die
Türen auf und was dann kam war noch überwältigender. Die gleiche
Fläche wie in der Ausstellung war noch mal voll mit Mopeds, Fahrädern
und anderen Fahrzeugen.
Das war der Himmel. Er meinte die sollen noch restauriert und dann mit in die
Ausstellung genommen werden. Wir konnten uns gar nicht trennen.
Aber es half nichts, wir mussten weiter. Nach sehr herzlichem Abschied fuhren
wir weiter um die 2. älteste Holzkirche Schwedens zu besuchen. Nach der
Kultureinlage ging es dann wieder zurück nach Jönköping zum
Campingplatz. Es regnete wieder. Kurz vor dem Campingplatz fuhren wir noch
mal auf eine Tankstelle. Als die Tanks voll waren fuhr ich los und wollte meinen
Fuß auf die Fußraste stellen. Es sagte knack und ab war sie, puuh!
Sie hatte sich herausgedreht. Gott sei dank ist sie mir nicht auf der Autobahn
abgefallen. Nach der kleine Reparatureinlage war dann auch Feierabend, es gab
noch was zu essen, ein paar Eindrücke vom Tag wurden vertieft und dann
ging es in die Kiste.
Am nächsten Tag und nach einem leckeren Frühstücksbuffet nahmen
wir Abschied vom Vätternsee. Die Rücktour führte uns über
die 26 nach Gislaved und dann nach Halmstadt. Das Wetter war traumhaft, die
Sonne schien und die Mopeds liefen gut. In der Nähe von Halmstadt an der
Küste nahmen wir dann wieder Quartier.
Dann gab es eine Kriegsrat. Eigentlich wollten wir noch einen tag länger
in Schweden bleiben. Aber durch die starken Wetteränderung beeinflusst,
haben wir uns entschlossen am nächsten morgen über die grandiose
Brücke zu fahren.
Also rauf auf die Autobahn die Sonne war uns hold und dann durch den Mautposten
auf die Brücke. Es war schon überwältigend das Bauwerk von weitem
zu sehen. Aber auf der Brücke hatte ich das Gefühl auf der Köhlbrandbrücke
in Hamburg zu sein; nur das die Sundbrücke länger und flacher war. Über
die Landstraße
151 ging es über eine alte nostalgische Brücke bei Mabolle dann bis
nach Maribo.
Das ist kurz
kurz vor Rödbyhavn. Dort fanden am Sondersosee einen guten
Campingplatz. Wir zelteten, denn wir wollten nächsten ja nach Hause. Nach
einem sehr mäßigen Abendessen (Pölser als heiße Würstchen
; grausam im Geschmack); es gab kein Restaurant in der Nähe ; klönten
wir noch ein wenig, als ein Gewitter aufzog. Es war schön bedrohlich denn
Blitz und Donner ließen nicht auf sich warten. Aber wir hatten Glück,
denn die Zelte standen vor einem Wäldchen. So blieben wir vom Sturm verschont.
Am nächsten morgen fuhren wie dann ohne Frühstück Richtung Fähre.
Wir hatten Glück wir standen kaum 15 Minuten da ging es schon los. Die Überfahrt
verlief ruhig und ohne Wellen. Die Sonne schien sogar zeitweilig. In Puttgarden
tankten wir noch mal und wie der Teufel es will wir fanden noch eine andere
Tankstelle wo wir Frühstücken konnten als es wir verrückt zu
regnen anfing. Nach der Stärkung ging es dann ohne Unterbrechung im Regen
nach Hause. Wir hatten alle keine Lust mehr.
Alles in allem hat es wieder viel Spaß gemacht. Die Tour belief sich
auf 1.470km. Benzinverbrauch war uns egal. Der Spaßfaktor war wichtig.
Außer der defekten Zündung und der Kerze gab es keinen Ausfall.
Für nächstes Jahr haben wir schon wieder etwas in Petto.
Also packt Eure Taschen und ab mit den Mopeds auf Tour solange es noch geht.
Mehr Erholung gibt es nicht.
Gruß und
immer eine Handbreit Sprit im Tank
Harald Ehmke
Text:HE
Foto:HE
Design:HE
Hier
ein Film beim Überfahren der Oeresund-Brücke!
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