Taunustour 2013

Mit dem langen Peter, Harald, Bernd und Thomas


Freitag 26.07.2013

An einem herrlichen Tag bei schönstem Wetter am Morgen bei mittlerweile 26 Grad gegen 8 Uhr, wartete ich auf die drei Nordlichter.
Gegen 8:30 Uhr bekam ich einen Anruf von Bernd.....sage mal.....hast du einen Fußschalthebel für eine Zündapp? Wir sind bereits im Ortseingang aber Haralds Schalthebel ist abgebrochen. Wir kommen im zweiten Gang langsam zu dir.
Kurz mal in mein Zappregal geschaut und einen Fußschalthebel herausgenommen und auf die Jungs gewartet. Es dauerte nicht lange als sie bei mir eintrafen. Nach einer herzlichen Männerbegrüßung wurde sofort das Werkzeug gezückt und der neue Schalthebel montiert. Auch Haralds Tachoschnecke klemmte ein wenig, diese wurde aber mit wenigen Handgriffen wieder gerichtet. Harald wollte mit seiner Zündapp KS 50 fahren, leider ließ sie ihn morgens gleich im Stich, so dass er auf seine Zündapp K80 zurückgriff. So Werkzeug eingepackt...Jungs Frühstück ist fertig....gesagt getan.

Nach dem wir gut gefrühstückt hatten, ging es nun los. Unser erstes Ziel war die Villa Löwenherz in der Nähe von Höxter.

Nachdem wir über den Truppenübungsplatz Munster Süd gefahren sind, fiel mir doch meine Fußraste links ab.......Was? Ich hatte sie zuvor angeschweißt...ganz kurios, da es mit dem Gewinde abgefallen ist. Da aber meine Werkstatt des Vertrauens sich einen Ort zurück befand, fuhren wir dort hin und mir wurde sofort geholfen.
Weiter ging es Richtung Bergen. Wir steuerten die Tankstelle an und befüllten unsere Mopeds. Weiter ging es über Winsen, Hannover Richtung Pattensen. Es war Mittagszeit 12:30 Uhr und der Magen knurrte. Bernd seine Kreidler hatte so starke Vibrationen.....ich glaube Bernd fuhr mit einem Dauergrinsen unter seinem Helm. Peters Kopf war wie gewohnt mehr auf dem Tank als in einer bequemen Position. Mittlerweile hatten wir von mir aus 130 km zurückgelegt.
An der Hauptstraße befand sich ein kleines unscheinbares Restaurant. Wir wurden gut bewirtet und aßen lecker zu Mittag.
Rauf auf´n Bock und weiter geht es. Die erste Steigung ließ nicht lange auf sich warten. 10% ....da quälten sich unsere Schubraketen das erste Mal. Zweiter Tankstopp an diesem Tag ca. 70 km vor unserem Tagesziel. Da die Hitze uns sehr an die Substanz ging.......ist zwar falsch aber wir kühlten uns jeder mit einem Eis runter.....bei 45 Grad Celsius. Nachdem es wieder weiterging fuhren wir linksseitig der Weser entlang und kamen gegen 15:30 Uhr bei der Villa Löwenherz an. Nachdem alle Sachen in dem Zimmer verstaut waren fing es an leicht zu regnen.....alles richtig gemacht....war die Aussage vom langen Peter. Villa Löwenherz war für mich das erste Mal, für Peter, Bernd und Harald nicht, sie hatten so von der Villa geschwärmt......und was soll ich sagen....ein muss für Mopedfahrer die in der Region Touren fahren. Das Essen war ….wie sagte Peter....oberstes Regal. Hausmannskost (Rippchen) so viel wie reinpasst. Kurz und gut, mehr als lecker. Nach dem ausgiebigen Essen, saßen wir noch gemütlich bis in die Nach im Biergarten und hatten viele anregende Gespräche mit anderen Mopedfahrern. Ein gelungener erster Tag ging zu Ende und gegen 22:30 Uhr fielen wir erschöpft ins Bett.

27.07.2013

Der lange Peter wachte früh auf und weckte uns alle zärtlich mit seiner eigens komponierten Symphonie. Meine Aussage „Respekt“...führte zu einem schallenden Gelächter aller im Raum befindlichen. Gegen 8:20 Uhr nach dem guten und reichlichen Frühstück ging es weiter Richtung Lollar; 180 km.
An der Twistetalsperre trafen wir ohne Ausfälle gegen 11:15 Uhr ein. Nur Bernd musste seinen Schuh wechseln, da der Bremsschuh (Angstfuss) an einer Stelle arg drückte....neue Schuhe immer schlecht....wie war das früher....muss man(n) da nicht was reinmachen....... Im Café der Twistetalsperre aßen alle den Klassiker Waffeln mit Kirschen, Sahne und Vanilleeis. Nach einer ausgiebigen Pause auf einer Bank mit Blick auf den Staudamm fuhren wir weiter und hielten in Münchhausen zur Kornblume an.Bei 32 Grad Celsius und starkem Wind drehten wir uns draußen auf der Terrasse „Jürgens Bremsklötze“ rein. Ja, auch die waren selbstgemacht und mundeten uns allen sehr. Es nützte ja nichts.....bei gefühlten 50 Grad Celsius fuhren wir weiter und es wurde für uns alle unerträglich. Die Konzentration ließ stark nach und unsere Fahrzeiten wurden immer geringer, dafür die Pausen umso länger. Auch den richtigen Weg zu finden wurde immer schwieriger. Wir beschlossen uns eine Unterkunft zu suchen und es für Heute gut zulassen. In Lollar fanden wir keine Unterkunft, da alles überfüllt war. Die Golden Oldies in Wettenberg sorgten dafür. Nach erfolgloser Suche wollten wir weitere 30 km fahren, doch Peter sah einen Campingplatz am See (Wißmer See). Einfach genial, trotz der Aussage des Campingbesitzers der uns zuvor sagte....hier in der Region ist alles ausgebucht, da braucht ihr nicht fragen, belehrte uns Peters Instinkt eines besseren.....Na klar für euch doch immer......sicherlich sah sie unsere Oldies.....und ließ uns passieren. Der ganze Camper.....überall Oldtimer....coole Leute , viele verkleidet 60-70er Jahre. Wir schlugen unser Lager auf und kühlten uns im See ab....wie wohltuend....kann sich wohl jeder vorstellen.....ach und hübsche Mädels schwammen auch noch....so rum. Den Abend gönnten wir uns jeder 1,5 Liter Licher Premium Bier, dass aber schon beim Trinken, so schien uns, verdunstete.

Beim Essen saß ein uriger Typ am Nachbartisch und als er uns über „Kreidler„ sprechen hörte, gab es kein Halten mehr für ihn. Er hörte auf den Namen „King Abu“. Er erzählte allerlei Geschichten aus Hamburg „blauer Peter und Friedel Münch“. Was für ein Typ.....fette Kutte.
Zwei Böller die von einer Campingplatzbesitzers gezündet wurden, rissen uns aus unser netten Unterhaltung. Dort versuchte die „Dame“ die am Strand fressenden Gänse zu verscheuchen. Vor dem Zelt gab es gegen 22 Uhr ein Nachtkaffee. In der Nacht gab es starken Regen und Gewitter.

28.07.2013

6:30 Uhr ab zum Duschen......uhhhhh wat ekelig.....der Platz Top, aber Sanitäreinrichtung glatte 6. 7:30 Uhr Frühstückskaffee vorm Zelt. Kurz nach 10 Uhr fuhren Peter, Bernd und Thomas nach Wettenberg zur Golden Oldie. Harald brauchte eine Auszeit, er wolle sich etwas erholen. Respekt mit 64 jungen Jahren solche Touren zu fahren, es sei ihm gegönnt.
Die komplette Stadt Wettenberg war abgesperrt. Jede Menge Bands spielten auf vielen kleinen Bühnen und ich glaube, es gab kein Fahrzeug, das hier nicht vertreten war. Eine Wahnsinns Stimmung in der ganzen Stadt. Wir fuhren durch die Menge Richtung der Kreidlerfreunde Gießen, mussten durch ein Tor, an dem alle Fahrzeuge vorgestellt wurden. Der Sprecher war super, da niemand zuvor etwas über sein Fahrzeug angab. Hier kommt eine Kreidler RS müsste 68 sein, eine Kreidler RS von 75 und eine Hercules K 50 RL........beeindruckend. Die Kreidlerfreunde waren hell begeistert als sie uns sahen und noch mehr als sie erfuhren, dass wir auf eigener Achse hier angereist sind, bzw. auf Durchreise waren. Wir wurden herzlich begrüßt und verpflegt. Benzingespräche waren angesagt, auch die Begutachtung unserer sowie ihrer Fahrzeuge. Ab ins Getümmel...was leckeres Essen an der Stadtmetzgerei, Leberkäse auf Brötchen....ein Gaumenschmauß. Nachdem wir gesättigt waren schauten wir uns die Fahrzeuge an und hielten dann an einer kleinen Bühne, dort spielte die Band „King Creole“......Elvis lebt......die Bewegung die Gestik einfach alles...Hüftschwung inbegriffen verzauberten alle Leute. Wir wollten gerade los, als die Sängerin den Peter bat....doch noch bis zum Schluss zu bleiben. Wie der Peter so ist verblieben wir alle Mann bis zum Schluss und der Lange bekam dann auch noch auf seine Mütze ein Autogramm des Sängers. Wir verabschiedeten uns von der Band, sowie von den Gießener Kreidlertrupp. Die Rückfahrt......etwas sehr holperig durch den Wald war anstrengend, da es viele Schlaglöcher gab. Diese Strecke ausgebaut wäre eine Top Strecke, schöne Kurven. Am Zeltplatz angekommen fing es an zu regnen. An dem Kiosk verbrachten wir unseren Abend unter einem großen Sonnenschirm (Regenschirm) mit vielen erlebten Geschichten und gingen spät zum Zeltlager. Unsere Nachbarn luden uns noch auf ein Bierchen ein. Es ging dann spät in den Schlafsack.

29.07.2013

Schlechte Duschen.....auch das andere Duschhaus war nicht prickelnd, dass Wetter machte auch nicht mit....bewölkt, sehr schwül und drückend. Aus dem Nachbarzelt kam Christina, die wir am Abend zuvor mit ihrem Freund Martin kennengelernt hatten auf einen Kaffee rüber. Nicht nur das sie jung und ein heißer Käfer in ihrem Pettycoat war....hatte sie auch einen heißen Käfer. Höllenmaschine.

Gegen 9:15 Uhr ging es Richtung Feldberg. In einem Ort sah ich Peter noch hinter mir und plötzlich war er weg.....wir hielten auf einer Tankstelle, da wir dachten er sei falsch abgebogen...der kommt schon dachten wir uns. Hm...kommt nicht, nachschauen angesagt. Thomas fuhr in die Richtung aus der er kommen müsste. Er fand Peter unter seiner Kreidler schraubend liegen. Der Sicherheitsstift seiner indirekten Schaltung hatte sich wie im Wernerfilm von seiner Kreidler verabschiedet. Aus einem Stück Drahtzaun zauberte er einen Sicherheitsstift und es dauerte nicht lange...bis der Lange auch tankte und es weiterging. In Ansbach haben wir gut gegessen und sind dann rauf den Feldberg. Tolle Steigung.....gefühlte 3 Stunden fahrt. Auf dem Feldberg ruhten wir uns nachdem wir die Aussicht genossen haben auf einer riesigen Wiese aus. Es zog sich langsam immer mehr zu, so dass wir uns entschlossen loszufahren. An meiner Hercules bemerkte ich durch Zufall, dass wieder die Fußraste gerissen war, direkt in der Schweißnaht. Mit Strapsen fixierte ich die Fußraste und wir entschlossen uns im Dorf einen Schmied aufzusuchen um es schweißen zu lassen. Wie der Zufall so will kamen wir direkt an der Fa. Sturm Metallbau vorbei, die auch gerade ihren Feierabend eingeläutet hatten. Auf Anfrage ob es kurz geschweißt werden könnte wurde dies bejaht. Den Auspuff abgebaut in die Halle geschoben und der Schweißer tat sein Werk. Nicht schön aber Hauptsache es hält. Bei der Bezahlung winkte er nur ab.....lass mal...schon gut, war seine Aussage. In seiner Werkstatt wurden dann aber auch diverse Oldtimer gesichtet Fiat500 Goggo usw. die in den Regalen hinter anderen Material versteckt standen. Zu unserem Pech kam ein riesiges Gewitter auf uns runter. Zum Glück war ein großes Überdach von der Firma unser Unterstand. Wir fragten wo wir den hier eine gute Unterkunft bekämen, er verwies uns an das Landgasthaus Weilquell Eins in Schmitten, N-Reifenberg . Nachdem es kurz aufhörte zu regnen fuhren wir dort hin und quartierten uns gegen 16:30 Uhr ein. Diesen Tag haben wir 123 km gefahren, diese hatten es aber auch in sich.

30.07.2013

7:30 Uhr standen wir auf und frühstückten sehr gut. Gegen 9:30 Uhr fuhren wir dann auf der Hochtaunusstraße die schönen Kurven ab. Danach sind wir über Bad Cambart zu einem privaten Museum gefahren. Diese Adresse bekamen wir durch einen Zufall, da bei einer Durchfahrt eines Ortes in einem Schaufenster alte Motorräder und Mopeds gesehen haben. Thomas klopfte und winkte die Inhaberin ran, die gerade mit ihrem Mann telefonierte. Wir hörten nur:“ Die sehen so aus wie wir früher.....ohhhhh ganz alte Mopeds. Wir durften uns eine kleine Geschichte anhören und bekamen den Tipp des Privatmuseums. Die Sprache ist nicht wirklich unsere und die Ortsnamen erst recht nicht....die grobe Richtung hatten wir und wir fanden tatsächlich das besagte private Museum. 42 wunderbare Motorräder durften wir uns unter einer Privatführung hautnah ansehen. Was für schöne Mopeds und bis auf eine die original belassen wurde, fahrbereit. Unglaubliche Sammlung. Auch der Opel Commodore Bj. 1979 mit Originalen 23000 km stand angestaubt aber trocken in einer Garage und wartete das ein Prinz ihn aus seinen Dornröschenschlaf erwecke. Nachdem wir uns verabschiedet hatten fuhren wir Richtung Montabaur. In einer kleinen Bäckerei tranken wir Kaffee und aßen Kuchen.....einige zwei....grins. Peter´s Spruch:“ Power braucht Futter“. Dann ging es weiter nach Dernbach nur war das das falsche Dernbach, also ab auf die BAB und hart am Gas. Natürlich, wie soll es auch anders sein haben wir uns verloren, dass kennen wir aus unseren anderen Touren, also kurz angehalten und telefoniert....Treffpunkt ausgemacht und weiter ging die Lutzi....Vollgas. Naja, wir verfahren uns nicht....nein, wir fahren nur eine andere Route. Dann waren wir da, bei den Ludolfs.....Schrottverwertung. Schlimm fanden wir, dass die Fahrzeuge die dort stehen von Passanten einfach mit Edding beschmiert werden. Schöner T1 oder Capri 1, alles versaut. Nach einigen Bildern fuhren wir auf der BAB 3 ca. 15 km und die beiden Kreidler gaben alles. Bergab mussten sie bremsen, da sie sonst die LKWs von der Strecke gedrängt hätten. Runter von der Bahn und ab auf die Landstraße. Da ein Bäcker.....ran angehalten und alle samt in die Bäckereifachverkäuferin schwer verliebt. Die Strecke zur Unterkunft war der Traum, auch wenn wir das Wetter (Regen) vor uns hertrieben, sind wir nicht nass geworden. Wir räuberten durch die Kurven, außer an meiner Hercules schliffen bei den anderen dreien die Hauptständer auf dem Asphalt. Den Tag fuhren wir ca. 230 km. Am Abend gab es lecker Rumpsteak mit Bratkartoffeln und Bier und blablabla...ach und Bacardi braun....und Billard....Männerabend vom feinsten. Spät ging es ins Bett.

31.07.2013

Mal wieder super gut gefrühstückt und gegen 9 Uhr auf den Bock. Heute ist Kultur angesagt. Ab zum Hessenpark. Na da haben sie aus ganz Hessen alte Häuser abgetragen und dort wieder aufgestellt. Wir versuchten es eine Stunde lang indem wir in einigen Gebäuden interessante Gegenstände sahen. Aber als so ein junges Ding an uns auf dem Marktplatz vorbeilief, dachte ich nur in Bayern gibt es so schöne …...wie umschreibe ich es mal ….Oberweiten und diese dann unmittelbar zurückkam und der lange Peter nichts anderes im Kopf hatte und sie fragte :“ Na haste dich verlaufen“ Sie rot wurde und ihr grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekam, brachen wir den Kulturtag ab, da wir geschockt waren. Wir wollten fahren und entschieden uns nach Lorch zum Rhein zu fahren, dies taten wir über Bad Schwalbach und dem Wispertal. Richtig schöne Kurven nur war ein blödes Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Km/h das uns einbremste. Im Wispertal aßen wir gut zu Mittag, unsere beiden Fischköpfe aßen Fisch und die Melonenpflücker Peter und Thomas kauten auf Salat rum. Weiter ging es nach Lorch an den Rhein über Rüdesheim , Eltville, Bad Schmalbach Richtung Idstein. Bei einem kleinen Kaffee tranken wir Kaffee und aßen ein Stück Kuchen. Ein Passant, wohl ehemaliger Zündappfahrer kam mit uns ins Gespräch und drückte uns nachher sogar noch eine Tüte Kaubonbon in die Hand, da es hier nicht so viel Süßigkeit gäbe. OK, vielen Dank sagten wir und er wünschte uns noch eine gute Weiterfahrt. Auf dem Weg ins Quartier zog Thomas mit seiner Hercules auf und davon, Kopf runter, das Hirn schaltete sich aus bei einem Neigungswinkel von 40 Grad und er war nicht mehr gesehen. Nach seiner Aussage war er etwa 15 Minuten vor uns im Quartier und er hatte bergab 105 km/h auf dem Tacho und sei durch die Kurven geballert. Am Abend gingen wir alle zur Postgaststätte und ließen es uns gutgehen. Essen gut alles gut. Am Abend auf dem Zimmer wurde die neue Strecke am nächsten Tag ausgesucht. Bernd und Harald trennten sich am Donnerstag von uns, da die beiden nach Hamburg zurück mussten. Peter und Thomas wollten weiter in den Hunsrück.

01.08.2013

Nach dem Frühstück um 9 Uhr ging es los. Wir trennten uns im Ort. Die beiden schafften es an diesem Tag bis nach Hamburg, was für ein Ritt. Hut ab Jungs. Peter und ich fuhren durch das Wispertal zum Rhein. Am Rhein setzten wir über und verließen die Fähre bei Niederheimbach. Flussabwärts hielten wir kurz an der Loreley zu einem Foto an. Leider fuhren wir wohl eine Abfahrt zu früh ab und mussten über die Berge Richtung Hagenroth. Dringend suchten wir eine Tankstelle, da ich schon auf Reserve umgeschaltet hatte. Ich will ja nicht sagen, dass sie säuft wie ein Loch aber bergab war es dann vorbei, keine Tanke in Sicht. Meinem mitfahrenden Spritfahrzeug entnahm ich 0,5 Liter, leider verdampften die wohl gleich beim Einfüllen. Da Peter mir auch nicht mehr Sprit geben konnte entschieden wir uns, dass Peter tanken fahren sollte um dann wieder mir etwas abzugeben. Nach 20 Minuten kam er wieder mit vollem Tank und in praller Hitze zapften wir 2 Liter ab und donnerten gladiatorengleich durch die Berge auf und ab. Wir erreichten die Tankstelle, tankten, pausierten, aßen ein leckeres Eis und überlegten wie weit wir in dieser Hitze weiterfahren sollten. Nachdem wir entschlossen hatte die grobe Richtung Pirmasens einzuschlagen und nicht mehr allzu weit zu fahren, ging es weiter. Ein metallisches Geräusch stimmte mich an einer extremen Steigung sehr nachdenklich und ich traute mir nicht mal mehr Gas zu geben. Peter hämmerte an mir vorbei und stoppte in einer Parkbucht. Ich hielt auf offener Pläne auf einem Feldweg an und Peters Gasgriff verabschiedete sich. Die Sonne ballerte mit voller Wucht auf uns ab. Der einzige Schatten, ein Werbeplakat, mussten wir fluchtartig verlassen, da dort alles voller Insekten war, die wie die Vampire auf uns losgingen. Also ab in die Hitze und schauen was los ist. Reparaturpause angesagt. Peter konnte in kürzester Zeit seinen Gasgriff reparieren. Meine Hercules sprang nicht mehr an. Aus dem Stutzen zwischen Ansaugstutzen und Vergaser tropfte der Sprit nur so raus. Nachdem der Vergaser wieder richtig saß, sprang sie aber trotzdem nicht mehr an, kein Kicken oder schieben half, nichts geht mehr, also Vergaser nochmal auf und nachschauen. Ich stellte die Schwimmernadel neu ein......blub und sie sprang an.....wie kann sich das nur verstellen. Und was war das für ein Geräusch, das aber nicht mehr aufgetreten ist. Peter´s Spruch:“Du bist heute mein Held“ ließ mich wieder lächeln. Die Hitze war so unerträglich weit über 40 Grad in voller Montur, kein Honigschlecken. Weiter ging es, aber die Hercules lief nicht. Nach kurzer Fahrt stoppten wir erneut, diesmal in einem Waldstück mit viel Schatten. In aller Ruhe wurde der Vergaser erneut geöffnet und neu eingestellt. 35 km waren noch zu überstehen. Auf dem Campingplatz angekommen stellten wir erst mal unser Zelt auf und machten uns erneut an den Vergaser. Er wurde neu bedüst und eingestellt, danach sprang sie sofort an und war wie neu. Natürlich mussten wir das noch testen und begaben uns in den Ort Kirn, das wir gleichzeitig mit einem ausgiebigen Abendessen abgeschlossen haben. An dem Tag fuhren wir trotz der ganzen Probleme 190 km. Auf dem Camper (Papiermühle) der hier lobend zu erwähnen ist, 16 € für zwei Personen, zwei Kräder, ein Zelt, sowie 4 x Duschen a. 7 Minuten und Top sauber, geben wir eine 1+ mit Sternchen. Gesättigt und müde schliefen wir selig ein.

02.08.2013

Ok, Frühstück wäre noch toll, aber wir fuhren nachdem wir alles verstaut hatten vollbeladen nach Kirn. Nach dem Frühstück fuhren wir über Idar-Oberstein, Lauterecken und hielten kurz zu einer Pause am Vormittag an. Da die Hitze wieder unerträglich wurde, streikten auch die Mopeds, beide wollten nicht mehr anspringen, sodass Peter eine weitere Zigarettenpause einlegen musste. Nach 15 Minuten im Schatten dankten es unsere Mopeds und sprangen wieder an. In Kaiserslautern wollten wir zu Mittag essen, fuhren direkt zu einem Schattenplatz vor ein Restaurant. Bevor wir aber absteigen konnten wurden wir des Platzes verwiesen. War uns auch zu dumm, mit diesem Primaten zu diskutieren. Also weiter an eine Tanke, lecker lauwarme Tankstellen Bockwurst im trockenem Brötchen zu uns genommen. Wir blieben ca. eine ¾ Stunde und glaubten dem Thermometer nicht wirklich, dass da 42 Grad Celsius stand. Die Mopeds krächzten und ächzten unter der Hitze und Last die sie über ihr eigenes Limit brachten. Die Strecke war Traumhaft über die Martinshöhe. In Pirmasens kehrten wir bei Mc Donalds und kühlten uns runter. Eis......und was Kaltes zu trinken war alles was wir brauchten. Nachdem es uns besser ging mussten wir noch für Peter eine neue Luftmatratze besorgen, da seine den Geist aufgegeben hatte. Blies des Nachts immer sein Mittelteil auf......hab ich das gerade wirklich geschrieben......hahaha. Des Weiteren wollten wir nicht mit leeren Händen kommen und suchten noch eine Flasche Captain Morgan.....oh, Literflasche. Gegen 16 Uhr hatten wir es nun geschafft und wir konnten uns ausruhen. An diesem Tag fuhren wir 150 km. Wir stellten unser Zelt auf, gingen in der Gaststätte duschen und trafen uns mit den Pirmasensern. Wir konnten viel erzählen und wir tranken viele Flüssigkeiten. Gegen 23 Uhr waren wir völlig fertig und schliefen sofort ein.

03.08.2013

Wir frühstückten gut, stellten unsere Mopeds auf den Platz und wer kommt da um die Ecke....Jürgen K50Bruno mit seiner Tanja Rennziege. Kann doch nicht sein, er hatte doch abgesagt. Die Freude war groß. Nach dem die Teilehändler ihre Teile alle ausgepackt hatten suchte ich ein Lenkkopflager, da ich leichte Schwingungen hatte und das Lenkkopflager definitiv anfing Probleme zu machen. Kurzerhand die Vordergabel demontiert und durch das neue ersetzen wollen, leider gab es nur Kreidlerteile, trotzdem gelang es sie wieder vernünftig Instand zu setzen. Viele helfende Hände ermöglichten es mir dann an der Ausfahrt mit der Hercules teil zunehmen. Die Zeitung aus Pirmasens interviewte Peter und mich. Mittlerweile waren viele gute Freunde und andere netten Mopedfahrer zum Treffen angekommen. Benzingespräche wurden wie immer abgehalten. Besonders die Gastfreundschaft der Pirmasenser hat uns sehr gut gefallen und die Mädels waren auch nicht ohne. Die angereisten Saarländer und alten Freunde die man immer nur auf Treffen sieht, hatte mal wieder was ganz besonderes. Die Ausfahrt nahte, 80 km schönste Strecke sollte uns Glücklich machen und die Tortur vergessen. Kaffee, Kuchen, Benzingespräche bei einem Zwischenstopp rundeten die ganze Sache harmonisch ab. Am Abend zeigten die Nordlichter mal wie man feiern kann. Zumindest habe ich „Thomas“ (Gonzo) nicht um sonst diesen Nicknamen.....habe die Damenwelt verrückt gemacht und sie alle über die Tanzfläche gescheucht. Leider geht so etwas immer viel zu schnell zu Ende. Die Nacht endete gegen 2 Uhr morgens, aber diese Gastfreundschaft ist schon super klasse.

04.08.2013

8 Uhr....wach...ok kein dicken Kopf aber etwas fertig. 8:30 Uhr hatten wir uns zum Frühstück verabredet, da wir gegen 10 Uhr los wollten. Wir verabschiedeten uns von allen nachdem wir unsere Mopeds wieder beladen hatten. Gegen 10 Uhr ging es Heimwerts. Leider kam ich nur gefühlte 500m, da die Hercules aufgeschwungen ist und mich wie einen Rodeo Reiter abwerfen wollte. Ich hatte Mühe nicht zu stürzen. Lenkkopflager war der erste Gedanke.....nachziehen, Werkzeug raus, nachgezogen kleines Stück gefahren gleiches Problem. Hans angerufen, der das Treffen organisiert hatte und um die Ecke wohnte. Nach 5 Minuten war er vor Ort und wir fuhren 200 m zu ihm nach Hause. Wir zogen das Lenkkopflager erneut nach, überprüften das Schwingenlager, rüttelten am Hinterrad um ein Lagerschaden auszuschließen. Peter sah einen Riss an der oberen Gepäckträgerhalterung. Hans hatte noch einen Gepäckträger liegen und wir tauschten diesen aus. Das Pendeln war ganz gering bei 40-50 km/h zu spüren. Wir haben 2 1/4 Stunden verloren. Peter nahm etwas Gepäck von mir. Gegen 12:45 Uhr ging es dann endgültig Richtung Heimat. Auf der BAB Richtung Trier fuhren wir ca. 1 ½ Stunden lang. Es war sehr Windig und ging viel bergauf, sodass die Kreidler sich richtig quälte. Nach einer kurzen Pause entschieden wir uns an der Mosel weiter zu fahren, da wir auf der BAB oft geschnitten wurden. Bergauf einfach zu langsam, wenn man vollbeladen ist. Die Mosel.....was für eine schöne Strecke, auch, wenn es mehr Baustellen wie vor zwei Jahren gab. Wir fuhren bis Pünderich auf einen Camper direkt am Wasser. Wir stellten unser Zelt auf und entspannten uns bei einem leckeren Abendessen an einer kleinen Gaststätte. Das Panorama war herrlich und wir schossen noch schöne Bilder. Müde gingen wir früh in die Schlafsäcke. Wir nahmen uns vor am nächsten Tag gegen 5:30 Uhr aufzustehen damit wir die 540 km schaffen.

05.08.2013

Nachdem alles am Morgen mit dem Verzurren glatt ging fuhren wir los. Leider kam ich wieder keine 500 m. Mich hat es wieder fast vom Sattel geschmissen......unglaublich was ist das nun wieder. Mit zitterigen Händen und weichen Knien stieg ich von der Hercules ab. Nachdem ich Peter dies erzählte nahm er das Zelt und ich probierte es ohne Zelt aus. Trotzdem wieder das aufpendeln......gestern ging es doch, fragend schauten wir uns an. Ich zog alle Schrauben nach, überprüfte den Rahmen nach einem Riss, zogen die Schwinge erneut nach.Kein Spiel nichts zu finden, habe die hinteren Dämpfer auf hart gestellt. Danach nur ganz leichtes aufpendeln zwischen 40-50 km/h. Wir mussten weiter Richtung Siegen und ich nahm in Betracht, die Rückreise abzubrechen, wenn es zu gefährlich werden sollte. Bei einer Vollbremsung weiß ich nicht was passiert wäre. Daher nahm ich mit Harald Kontakt auf und er sagte ohne zu zögern, dass er mit Anhänger mir entgegenkommen würde. Ich stimmte dem zu. Wir wollten uns bei Ikea in Siegen treffen. Wir fuhren so vorsichtig wie möglich und es wurde wieder besser, nur minimales Aufpendeln in Ortschaften bei 50 km/h. Bei Ikea angekommen gab ich Harald Bescheid , dass ich da sei. Er brauchte noch etwa eine Stunde bist er eintreffe. Gegen 19 Uhr war dann meine Hercules zuhause vom Anhänger abgeladen. Peter der harte Hund wollte noch bis Villa Löwenherz fahren, was er auch bis zum Abend schaffte. Harald fuhr mal kurz für mich 1000 km.....was für ein wahrer Freund. Hierüber nochmal ein fettes Dankeschön, viel mehr kann man nicht dazu sagen. Peter kam am Folgetag abends glücklich zu Hause an. Was für eine Reise....was für ein Abenteuer....mit wahren Freunden.

Wir hoffen unser Abenteuer Taunustour 2013 hat euch gefallen.

Gruß Thomas, Harald, Bernd und Peter

P.S.: Mein Aufschwingen war auf defekte Stoßdämpfer zurück zu führen.