|
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Eine
kurze Rennkarriere! Mein Name ist Lutz Wolf. Ich bin 1943 in Karlsruhe geboren und lebe nun seit 1994 in der schönen Pfalz, genauer in 66978 Clausen. Am Dietersberg 18. 1957 begann ich eine KFZ-Lehre bei einer Mercedes Benz Niederlassung in
Karlsruhe. Irgendwann war mir das Teil dann doch zu langsam, sodass ich mir mal die Innereien des Motors vornahm. Kanäle und Kolben gefeilt, Kopf abgedreht, Ansaugstutzen angefertigt und größeren Vergaser montiert. So, jetzt waren es schon immerhin 80 Km/h, die meine NSU lief. Durch die kleine Verrippung des Zylinders hatte ich natürlich auch thermische Probleme, weshalb die 290er Kerzen sehr schnell den Geist aufgaben. Ich hatte erst Ruhe, als ich im Fahrerlager in Hockenheim eine 310er Rennkerze ergatterte. SUPER. Es war auch eine wunderschöne Fahrt an den Bodensee dabei, zusammen mit einem Freund, der eine Victoria Avanti fuhr. Mit
18 Jahren (1961) kaufte ich mir dann eine alte gebrauchte 500er BMW, die
noch mit
den so genannten Dosendeckel-Bremsen ausgerüstet
war ( R 51 3 ) Bauj. 1952? In das Fahrgestell der Cavallino wurde
dann 1962 ein Gebläse-gekühlter
Kreidler Motor mit 3 Gängen implantiert, mit dem ich dann in Hockenheim
beim Club Training antrat und meine ersten Rennversuche absolvierte. Das
Teil brachte 100,4 Km/h Schnitt zustande. Aber das Fahrwerk war in diesem
Geschwindigkeitsbereich nicht zu fahren. (FURCHTBAR). Fühlte sich wie
ein Gummi-Fahrwerk an. Da
ich einen guten Bekannten hatte, der schon etwas älter war und schon
einige Rennen in verschiedenen Klassen hinter sich hatte, reifte der Gedanke,
zwei gleiche Rennmaschinen zu bauen. Da der Freund bei Gritzner Kaiser (
Fertigung der Gritzner Monza) in Karlsruhe arbeitete, besorgte er Gabeln,
Bremsnaben, Speichen und anderes Zubehör. Dann ging es zu ersten Testfahrten. Nach einigen Einstellarbeiten lag die Höchstgeschwindigkeit bei ca. 135 Km/h. War also schon mal nicht schlecht! 1963 war es dann soweit. Mein erstes Bergrennen in Ratisbona bei Kehlheim / Donau stand vor der Tür. Es war ein herrliches Wochenende, die Maschinen sprangen mit der originalen Magnetzündung sofort an und das Training konnte beginnen. Mit der Start Nr.19 fand ich mich dann etwa im Mittelfeld. Das Fahrwerk hat uns nicht enttäuscht. Es war SUPER und der Renner lag wie ein Brett. Im Juli 1963 fand dann fand der Lauf zum deutschen Juniorenpokal der OMK statt. Mit der Start Nr.3 befand ich mich nach dem Training wieder im guten Mittelfeld, wo ich mich nach dem eigentlichen Rennen auch wieder fand. An den Maschinen musste nichts geändert werden, sie waren TOP. Noch etwas mehr Leistung wäre natürlich gut. Auf einem Foto in der Stadtkurve sieht man wunderbar (durch die Schräglage) wie ich mit der Nr.3 auf der Außenseite eine Motom Nr.9 überhole. Die 4 Takter hatten keine Chance. Einige Wochen
später stand dann das Eifel Pokal Rennen, auf dem Nürburgring
auf unserem Programm. Mein
Bekannter war seltsamerweise im Training immer etwas schneller als ich,
obwohl beide Motore gleich bearbeitet waren. Bei den Testfahrten konnte
mein Freund die
Steigung nach der Müllenbach Kurve im 3. Gang bewältigen, während
ich nach der Hälfte der Strecke in den 2. Gang runterschalten musste,
was mich sehr verwunderte.
Es wurde also im Fahrerlager geschraubt. Übersetzung, Düsenbestückung
usw.
Hat aber alles nichts geholfen. Training war nun vorbei und ich machte mir
immer noch Gedanken, warum mein Renner nicht so gut ging wie das Teil von
meinem Freund.
Lange Zeit saß ich vor meiner Maschine und beguckte mir die Konfiguration
des
Vergasers und des Schwimmergehäuses, das vor dem Vergaser angebracht
war. Ich
setzte also alles auf eine Karte und nahm die Schwimmerkammer 1,5cm herunter.
Natürlich mit Bauchweh. Denn wenn es bergab ging, eventuell zu mager
und dann Kolbenklemmer? Au weia! Es waren 7 Runden
zu fahren und ich stellte fest, dass meine Maschine noch nie so gut lief
wie jetzt. In der 4ten Runde sah ich meinen
Freund kurz vor
der Müllenbach-Kurve. Mein Gedanke: Jetzt oder nie. Auf der Außenseite,
im Scheitelpunkt der Kurve,
es trug mich schon beängstigend weit nach außen, überholte
ich meinen Freund und raste, im wahrsten Sinne des Wortes, den Stich nach
oben im 3ten Gang und beendete das Rennen noch als 14ter. Mein Kumpel war
anschließen stocksauer, weil ich Ihn so abgehängt habe. Im Oktober desselben Jahres beendete ein schwerer Verkehrsunfall (unverschuldet) Lutz E. Wolf
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||